ERNÄHRUNG DER KATZE

Warum ist eine gesunde, artgerechte und ausgewogene Ernährung so wichtig

Um diese Frage annähernd beantworten zu können, muss hier etwas weiter ausgeholt werden, um zu verdeutlichen, mit welchem Lebewesen wir es hier überhaupt zu tun haben! Woher stammt es, wie sind seine Bedürfnisse und welche Biologie verkörpert es?

Als Fleischfresser (auch Karnivoren oder Carnivoren) bezeichnet man Tiere, die sich hauptsächlich von Fleisch ernähren. Damit unterscheiden sie sich von den Pflanzenfressern (Herbivoren), die vorwiegend pflanzliche Kost bevorzugen, sowie den Allesfressern (Omnivoren) wie wir Menschen, deren Speiseplan gemischt ist. In der Vergangenheit wurde auch noch der Begriff Aasfresser geführt, mittlerweile weiß man aber, dass es keine klaren Unterschiede zu Fleischfressern gibt. Die wissenschaftliche Bezeichnung *Carnivora* setzt sich aus den lateinischen Begriffen caro, carnis *Fleisch* und vorare *verschlingen* zusammen.

Zu den Fleischfressern gehören Tierarten nahezu aller Tierstämme. Hierzu zählen z.B. viele Arten der Säugetierordnung Raubtiere (Carnivora) und einigen Vogelarten wie Greifvögel. Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea). Obwohl ihr monophyletischer Ursprung (gemeinsame Stammform) heute als gesichert gilt, sind die genauen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie noch umstritten. Meist werden zwei lebende Unterfamilien, die Großkatzen und die Kleinkatzen unterschieden. Eine weitere Unterfamilie, die heute ausgestorben ist, stellen die Säbelzahntiger dar. Die Domestikationsforschung geht heute davon aus, dass die Hauskatze lediglich von einer Wildart abstammt, nämlich der Wildkatze *Felis silvestris*, deren Lebensraum sich von Schottland über Afrika bis nach Asien erstreckt. Es galt als wahrscheinlich, dass Vertreter von drei Hauptgruppen der Art (Waldkatze, Falbkatze, Steppenkatze) am Domestikationsprozess beteiligt waren. Hierbei hat die Waldkatze *Felis silvestris silvestris* ihren natürlichen Lebensraum in Europa, Kleinasien und dem Iran. Tatsächlich ist unter den verschiedenen Unterarten der *Felis silvestris* der Urahne der domestizierten Hauskatze, die auch als Falbkatze bezeichnete afrikanische Wildkatze *felis silvestris libyca*, zu finden. Diese Unterart ist die am wenigsten aggressive Art und war damit am geeignetsten für das Zusammenleben mit den Menschen, so dass sie im alten Ägypten als Heimtier bzw. als Hüter ihrer Getreidevorräte gehalten wurde.

Anders als viele andere Raubtiere, die mehr oder weniger Allesfresser sind, ernähren Katzen sich fast ausschließlich von Fleisch. Daher werden Sie im Allgemeinen auch als Fleischfresser bezeichnet, eben weil fleischliche (tierische) Proteine der wichtigste Bestandteil ihrer Nahrung sind. Sie verzehren mitunter aber auch aufgeschlossene pflanzliche Nahrung, welches in der Natur durch Gräser oder dem Magen/Darminhalt von Beutetieren erfolgt, und damit nur eine äußert geringe Menge ausmacht.

Katzen sind hochspezialisierte Raubtiere, die ihrer Beute auflauern (Ansitzjäger) oder sich nahe an sie heranschleichen, um sie nach wenigen Sätzen oder einem kurzen Sprint zu überwältigen. In freier Natur bevorzugen die meisten Katzen lebend gefangene Beute und fressen nur gelegentlich Aas. Typisch für fleischfressende Raubtiere sind ihre kräftigen Kiefermuskeln und die scharfen Zähne. Mit den stark ausgebildeten Reißzähnen (und deren an der Basis befindlichen Drucksensoren), können Fleisch und Knochen leicht zerkleinert werden. Zudem dienen die kleinen Eckzähne auch der Fellpflege. Raubtiere haben ein Gebiss und ein Verdauungssystem, welches auf tierische Nahrung spezialisiert ist. Pflanzliche Nahrung erfordert Mahlzähne und ein Verdauungssystem welches die zellulosehaltigen Zellwände von Pflanzen aufschließen können. Diese besitzen Raubtiere jedoch nicht.

Was also benötigt ein Fleischfresser als Nahrungsgrundlage? Tierische Proteine, Fette, essentielle Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Kohlenhydrate und Wasser … jeder Nährstoff hat seine eigene Aufgabe. Ein Überschuss ist ebenso wie ein Mangel auf Dauer für die Gesundheit der Katze schädlich, deshalb sollte man Art und Menge der Nährstoffe kennen, die sie benötigt. Entgegen der leider noch immer verbreiteten Vorstellungen, benötigt die Katze vom biologischen Standpunkt aus keine größere Abwechslung in ihrem Futter, denn in freier Natur frisst sie vorwiegend Mäuse, auch Insekten, Kleintiere oder gelegentlich kleinere Vögel.

Zu den wichtigsten Mineralien gehören Kalzium, Phosphor, Natrium, Kalium und Magnesium, bei den Spurenelementen sind es Eisen, Kupfer, Zink, Jod, Mangan und Selen. In der Gruppe der Vitamine handelt es sich vorwiegend um Vitamin A, D, E, K, B1, B2, B5, B6, B9, B12 und H. Zusätzlich ist Taurin für die Katze eine lebensnotwendige Aminosäure. Stellt sich nun also die Frage, wie ernähre ich meine Katze - mein fleischfressendes Raubtier – möglichst artgerecht und ausgewogen? Welches Futter kommt ihrer natürlichen Nahrung „Maus“ am nächsten?

Es gibt nun die verschiedensten Futtermittel und Fütterungsmöglichkeiten, die es gilt den Anforderungen entsprechend sinnvoll und vernünftig auszuwählen. Die meisten angebotenen Produkte werden industriell hergestellt. Dabei unterscheidet man Alleinfuttermittel und Ergänzungsfutter, welches man beides inhaltlich generell entschlüsseln sollte (siehe auch Link unten „Tierfutteretiketten“). Eine besonders interessante Lektüre zur Futtermittelindustrie und ihren Machenschaften zeigt das Schwarzbuch "Katzen würde Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm, der den Herstellern etwas genauer auf die Finger geschaut hat und wenig Erfreuliches dabei feststellen musste.

Die Futtermittel lassen sich grob in 5 Kategorien einteilen: Dosen-Nassfutter bzw. Tüten-Nassfutter, Trockenfutter, Leckerlies, BARF (biologisch artgerechte Rohfleischfütterung) und Selbstgekochtes.

DOSEN-NASSFUTTER: Grundsätzlich sei anzumerken, dass Dosen- und Trockenfutter, welches unter anderem auch in Supermärkten und Drogerien vertrieben wird, häufig von minderwertiger, sogar schlechter Qualität ist. Zu erkennen ist solches an dem minimal enthaltenen Fleischanteil, vieler tierischer Nebenprodukte, teils auch Abfallprodukte (als solche nicht deklariert oder erkennbar), und Unmengen von Getreide. Zudem enthalten viele dieser Produkte meist auch schädliche Zusatzstoffe, wie Zucker, Caramel, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, künstliche Geschmacksverstärker, Lockstoffe oder genveränderte Zutaten wie Soja, welche die Katze nicht braucht und auf Dauer zu Schäden und damit zu ernsten Erkrankungen führen wird: Diabetes, Adipositas (Fettleibigkeit), Zahnerkrankungen (u.a. FORL), Schwächung des Immunsystems und damit vermehrter Anfälligkeiten gegen Viren, Bakterien und Keime. Speziell die verschiedenen Arten von Zucker werden oft hinter *fremden* Namen versteckt, z.B. Topinamburkonzentrat oder -extrakt, Fructo-Oligosaccharide, Inulin, Mannanoligosaccharide und Cassia Gum, sofern Sie überhaupt deklariert werden. Einen empfehlenswerten Artikel zum Thema *Zucker im Katzenfutter* finden Sie bei Katzen-fieber.de

Zudem sorgen Lockstoffe und Geschmacksverstärker aus dem Labor dafür, dass die Katze diese gesundheitsschädlichen Futtersorten besonders attraktiv findet. Damit hat der Hersteller sein wirtschaftliches Ziel voll erreicht – hohe Umsatzzahlen und Gewinne zu Lasten der Gesundheit.

Dosen-Nassfutter mit Premium-Qualität eignen sich daher deutlich besser, um den Nährstoffbedarf der Katze möglichst ausgewogen abzudecken. Diese sind i.d.R. in Futterspezial-Shops oder Tiermärkten zu bekommen. ABER, … nicht überall wo Premium drauf steht, ist auch Premium drin!! Hier gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen und die Inhalte selber zu vergleichen und abzuwägen. Als Faustregel gilt: je mehr Fleischanteil enthalten und je weniger Getreide beigemengt, desto hochwertiger und verwertbarer ist das Futter für die Katze. Zudem sollten auch wichtige essentielle Nahrungsbestandteile zugefügt sein, welche die Katze für eine gesunde Ernährung benötigt, z.B. Taurin, Arginin und Lysin.

Hochwertiges Premiumfutter ist unter anderem auch am Preis zu erkennen, aber bitte dennoch nicht vergessen, die Inhalte zu überprüfen! Lassen Sie sich aber bitte bei hochpreisigen Produkten nicht davon abhalten, diese in Betracht zu ziehen, denn von einem hochwertigen und optimal verwertbaren Nassfutter benötigt ihre Katze viel weniger an Menge, da dies energiereicher, sättigender, und gesünder ist und damit sind auch automatisch ihre Hinterlassenschaften geringer bzw. seltener. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Verwertbarkeit eines Futters sind die empfohlenen Mengenangaben der Hersteller auf den Produkten, aber Achtung, die Hersteller wollen natürlich auch möglichst viel davon verkaufen. Hohe Mengenangaben bedeuten i.d.R. viele leere Kalorien ohne Energielieferanten.

Auch bei hochwertigen Futtersorten sollten Sie sich nicht auf die empfohlenen Fütterungsmengen verlassen, meist können diese durchaus nach unten korrigiert werden. Testen Sie daher aus, wieviel Futtermenge Ihre Katze tatsächlich benötigt, um satt & zufrieden zu sein, aber dennoch nicht kontinuierlich dabei zunimmt. Je nach Aktivität und Katze (Kastraten, Senioren, Kitten, Youngster, Muttertiere) ist ein höherer oder niedriger Energiebedarf zu berücksichtigen. Jungtiere und Heranwachsende sollten bis zum 12. Lebensmonat soviel hochwertiges Futter bekommen, wie sie möchten, da sie sich noch im Wachstum befinden und entsprechend viel hochwertige Energie benötigen. Eine gelegentliche Gewichtskontrolle (einmal monatlich) hilft Ihnen einen guten Überblick über die Gewichtsentwicklung Ihrer Katze zu bekommen. Nehmen Sie dafür die Katze auf den Arm, stellen sich einfach einmal mit und einmal ohne Katze auf die Waage, nehmen die Differenz und notieren sich das jeweilige Gewicht der Katze. Die Katze hat ihr optimales Gewicht, wenn ihre Rippen noch gut zu ertasten sind. Gelegentlich sind durchaus auch Leckerlies erlaubt, diese müssen in der normalen Tagesration jedoch berücksichtig werden, sodass die Gesamtmenge der Kalorien gleich hoch bleibt. Alternativ können Sie selbstverständlich auch eine Extra-Spielstunde mit körperlicher Aktivität einschieben.

WICHTIG! Bitte informieren Sie sich über die Produktzusammensetzungen und der Bedeutung der Inhaltsstoffe von Fertigfutter z.B. "Woran erkenne ich hochwertiges Futter?" oder auch hier: "Tierfutteretiketten – Was Sie uns sagen (und was nicht)".

Gleichzeitig möchte ich Ihre Aufmerksamkeit speziell auf einen (relativ unbekannten) möglichen Bestandteil im Futter lenken, der zu erheblichen Problemen führen kann und daher nichts im Katzenfutter zu suchen hat: Cassia Gum (E499). Cassia-Gum wird als technologischer Zusatz auf den Verpackungen angeführt.

Cassia Gum ist ein pflanzliches Geliermittel, dass größtenteils aus langkettigen Polysacchariden besteht. Es wird aus dem gereinigten Nährgewebe um den Keimling der Pflanzen "Cassia tora" und "Cassia obtusifolia" oder auch Johannesbrotkernen gewonnen und zu Mehl verarbeitet. Cassia Gum dient als Binde- bzw. Verdickungsmittel in Katzenfutter und soll dafür sorgen, dass das Fleisch nicht zusammenklebt und eine angenehme Konsistenz behält. Manchmal wird es auch unter der Bezeichnung "E 499" auf den Futtermittel-Verpackungen angegeben. Cassia Gum besteht überwiegend aus Mannose und Galactose. Das sind sogenannte Einfachzucker. Diese sind in der Regel wasserlöslich, haben einen süßen Geschmack und werden im engeren Sinne als Zucker bezeichnet (siehe auch Artikel zu Zucker im Katzenfutter Katzen-fieber.de).

Man vermutet, dass Cassia Gum nicht vom Körper aufgenommen wird. In geringen Mengen soll es durch Bakterien, welche am Gärungsprozess im Darm beteiligt sind, aufgespalten werden. Es gibt jedoch aktuellere Studien, die zeigen, dass Cassia Gum verdaut wird und nicht einfach unverändert ausgeschieden wird. Cassia Gum ist in vielen Futtermarken enthalten. Nicht wenige Katzen bekommen Verdauungsprobleme bei Futtermarken, welche Cassia Gum enthalten. Der Höchstgehalt für eine Verwendung von Cassia Gum liegt bei 17.600mg (=17,6g) pro Kilogramm Futter. Es ist nur für Futtermittel mit einem Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 20% zugelassen. Dieses Verdickungsmittel ist seit Juli 2009 deklarationspflichtig – das heißt, dass sein Einsatz im Futter angegeben werden muss.

Auch wenn es in geringen Mengen zugelassen ist, kann es bei empfindlichen Tieren zu erheblichen Verdauungs-problemem führen, sprich Durchfall, Blähungen oder Krämpfe. Weiterhin steht es auch in Verdacht Allergien auslösen zu können. Es wurde berichtet, das bereits ab Mengen von 3500 mg/kg damit gerechnet werden kann. Es wird angenommen, dass es auf Dauer die Darmwände durchlässiger macht und damit dem Organismus Giftstoffe zuführt, die eigentlich der Darm entledigen soll.

Sie sollten daher die Futtersorten überprüfen und auf Futtersorten, die Cassia Gum enthalten grundsätzlich verzichten. Sollte Ihre Katze häufiger mit Problemen der geschilderten Art zu kämpfen haben, ziehen Sie Cassia Gum als mögliche Ursache bitte auch mit Ihrem Tierarzt in Betracht.

Eine empfehlenswerte und ausführliche Futtermittel-Liste mit diversen Analyseangaben sowie vieler weiterer interessanter Themen rund um die Katzenhaltung finden Sie hier: Katzen-fieber.de

TROCKENFUTTER ….ist die artfremdeste Erfindung für einen Fleischfresser seit es industrielle Hersteller gibt! Sie dient nur der Bequemlichkeit der Besitzer. Die Argumente der Hygiene und Vereinfachung können Sie getrost vergessen. Auch das Argument mit der Zahnsteinentfernung ist nicht haltbar. Wenn das TF-Bröckchen nicht sowieso einfach verschlungen wird, dann zerspringt es beim Zubeißen in kleinste Stücke, entfernt dabei jedoch keinen Zahnstein! Haben Sie schon mal auf ein Bonbon gebissen?

Fragen wir uns aber zunächst einmal selbst, warum wir uns nicht ausschließlich von Cornflakes oder trocken Brot ernähren? Selbst dann nicht, wenn es mit allem Notwendigen angereichert wäre? Die Katze zählt zu den Wüstentieren, das bedeutet, diese haben nur selten Gelegenheit eine Wasserstelle aufzusuchen. Daher hat sich ihr Organismus im Laufe der Jahrhunderte bestens darauf eingestellt, dass die notwendigen Flüssigkeitsmengen weitestgehend über ihre Beutetiere, sprich Nahrung, aufgenommen werden. Und wie kann dies mit TROCKENFUTTER funktionieren? Garnicht!! Null Flüssigkeit!! Trockenfutter enthält maximal 10-15 % Feuchtigkeit! Bei dieser Form der Fütterung wird ihre Katze aus der Not vermutlich den Wassernapf ansteuern, dennoch nimmt ihr Organismus auf Dauer viel zu wenig Flüssigkeit auf, als dass es ihren Anforderungen gerecht werden könnte. Damit sind zwangsläufig langfristig Krankheiten schon vorprogrammiert, wie Nierenschäden, Harnsteine etc.

Die zweite höchst artfremde Eigenschaft des Trockenfutters für Fleischfresser ist die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Die meisten Produkte – auch die so genannten Premiumsorten – enthalten mitunter bis zu 70 % (!!!!!) oder gar mehr an Getreide oder anderen leeren Füllstoffen, wie Rübenschnitzel oder Zellulose. Kohlenhydrate die ein Fleischfresser in dieser Menge weder braucht noch verwerten kann! Im Vergleich, das Beutetier „Maus“ beinhaltet durch seinen Mageninhalt ca. 5-7 % pflanzlicher Bestandteile. Fazit: Langfristig wird ein Fleischfresser davon krank, fett und träge. Trockenfutter sollte daher gar nicht oder nur in mikroskopischen Mengen angeboten werden, entweder als Leckerlie oder als Belohnung. Im besten Falle sollte man das Trockenfutter in Wasser einweichen, leider mögen dies die wenigsten Katzen. Übrigens nimmt Trockenfutter durch Aufquellen fast die 8-fache Menge an Wasser auf – testen Sie es mal – und entzieht so damit dem Körper noch zusätzlich Flüssigkeit!! Falls es überhaupt notwendig sein sollte, Trockenfutter anzubieten, dann wählen Sie auf jeden Fall ausschließlich eine Sorte aus, die gänzlich ohne Getreide hergestellt und im Fachhandel angeboten wird!! Zudem schädigen Kohlenhydrate das Gleichgewicht der gesunden Darmflora und fördern somit die Anfälligkeit für Durchfälle und damit eine erhöhte Ausbreitung und Wachstum unerwünschter und teilweise sehr hartnäckiger Darmparasiten, wie z.B. Giardien, für welche die  Kohlenhydratmassen ein Festschmaus darstellen.

B.A.R.F. – Biologisch artgerechtes rohes Futter. Eigentlich kommt der Begriff aus den USA und bedeutet *Bones and raw foods* (Knochen und rohes Fleisch/Futter) und wurde ursprünglich für Hunde entdeckt in Anlehnung an die natürliche Ernährung der frei lebenden Wölfe. Mittlerweile wird dieses Konzept auch seit vielen Jahren erfolgreich in der Katzenernährung angewandt und wird aufgrund zunehmender Aufklärung und Einsicht immer populärer, sodass teilweise auch schon der Markt darauf reagiert hat und Spezialprodukte dafür anbietet.

Wie der Name schon vermuten lässt, kommt diese Fütterungsweise der natürlichen Ernährung eines Fleischfressers am nächsten. Hierbei wird in Anlehnung an die natürliche Ernährung der Katze das Beutetier *Maus* weitestgehend 1:1 nachgebaut. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Blut, Sehnen und Ballaststoffen, sowie Vitaminen, essentiellen Fettsäuren, Mineralien und Spurenelementen zu berücksichtigen. Eine durchaus erstrebenswerte und vor allem artgerechte Ernährung für unsere Stubentiger, alias Fleischfresser! Allerdings sind dazu auch einige Kenntnisse notwendig, die es einem ermöglichen die Inhalte ausgewogen zusammenzustellen, sodass langfristig kein Mangel und kein Überschuss an einzelnen Stoffen die Folge wäre. Auch wenn es zunächst einige Mühen für das Erlangen dieser Kenntnisse bedeutet, so ist jedoch keinesfalls eine undurchschaubare Wissenschaft zu befürchten. Der Vorteil dabei ist auch, man kann sich langsam in die Materie einarbeiten und die Fütterungsmengen langsam steigern, so wie eben die Kenntnisse auch weiter anwachsen. Bei kleineren Mengen Rohfütterung (max. 30 %) braucht man übrigens noch keine Sorge haben, dass es zu Mangelerscheinungen kommt, aber die Katze kann sich schon langsam an eine Umstellung gewöhnen und ausprobieren, was sie besonders gerne mag. Auch hier gilt, je verschiedener die Fleischsorten, desto weniger wird sich langfristig ein Mangel einstellen. Dasselbe gilt übrigens auch für Fertigfutter.

ACHTUNG! Sehr empfehlenswerte und zugleich außerordentlich interessante Erläuterungen und Anleitungen zu artgerechter, gesunder und ausgewogenen Rohfleischfütterung B.A.R.F. und dem vormals natürlichen Beutetier *Maus* finden Sie hier: www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html

Dort erhalten Sie zunächst eine ausführliche Einleitung und elementares Wissen über die Zusammensetzung und die Hintergründe der natürlichen Ernährung eines Fleischfressers, Methoden der Fütterung, Nährstoffe werden vorgestellt und erklärt, Anfängerrezepte erläutert, und eine Menge Fragen werden erörtert, wie z.B.:

• Warum sind Maus und Fertigfutter so verschieden?
• Weshalb unterschiedliche Sorten für Erwachsen, Kitten, Kranke, Übergewichtige, etc.?
• Warum werden so viele Katzen in jungen Jahren schon krank?
• Warum bekommen Katzen in Zoos kein Fertigfutter?
• Muss man Ernährungsexperte sein, um Katzenfutter selbst herzustellen?
• Die größten Irrtümer in der Katzenernährung
• Die 4% Lüge bei den Fertigfuttersorten

Gesunder Menschenverstand, Grundkenntnisse der Ernährungslehre über die Ansprüche der Katze und die Nahrungsbestandteile reichen aus. Wenn man berücksichtigt, dass die Katze sich ganz anders als der Mensch ernährt, was sie in der Wildnis frisst, und versteht, was man warum füttert und sich etwas Zeit nimmt, um sich mit der Materie zu beschäftigen, ist es nicht so schwierig. Man sollte sich daher zunächst fundierte Grundkenntnisse über die Ernährungslehre und die besonderen Nahrungsbedürfnisse der Katze aneignen, denn auf Dauer kann unausgewogenes Rohfutter mehr Schaden anrichten als Nutzen. Auch ist es mit etwas Arbeit verbunden, die frischen Zutaten zu besorgen und das Futter herzustellen, aber es lohnt sich!

Ebenfalls eine empfehlenswerte und hilfreiche Unterstützung beim Neueinstig in das Thema Barfen als auch Rohfütterung im Allgemeinen kann Ihnen die folgende Yahoo-Group *Katzen-Alternativ* bieten. Dort können Sie sich Anregungen und Tipps holen und mit anderen *Barfern* über Probleme und Lösungen diskutieren. Sie erhalten immer eine Antwort sowie reichliche und nützliche Hilfestellungen: Yahoo!Groups Katzen-Alternativ

ACHTUNG: Bitte eignen Sie sich auch die erforderlichen Kenntnisse an, über die Aufbereitung von rohem Fleisch BEVOR sie es verfüttern. Auch die Verfütterung von rohem Fleisch birgt gewisse Gesundheitsrisiken, die entsprechend abgeschätzt und abgewägt werden müssen. Nicht nur Wurm- und Parasitenbefall, sowie Salmonellen sind heute aktuell, sondern auch die Toxoplasmose ist nicht zu unterschätzen, für Mensch und Katze! Nur wer die Risiken richtig einschätzen und reduzieren kann, ist in der Lage seine Katze auch risikoarm und dennoch artgerecht und gesund zu ernähren. Insbesondere sollen hier auch Züchter angesprochen werden, die nur gelegentlich roh füttern aber auch trächtige Katzen versorgen.

Bitte setzen Sie sich der Gesundheit Ihrer Katze zuliebe, mit den verschiedenen Fütterungsmöglichkeiten auseinander! Sie müssen oder sollten gar nicht gleich 100 % umschwenken, sondern sich mit Ihrer Katze langsam herantasten. Es ist durchaus auch möglich, verschiedene Futtermittel miteinander anteilig zu kombinieren, z.B. 70 % hochwertiges Nassfutter, 25 % rohes Fleisch (kann ohne Zusatze sein) und maximal 5 % Trockenfutter. Sie sollten allerdings vermeiden, Fertigfutter und Rohfleisch in ein und derselben Mahlzeit zu verfüttern, einfach deswegen, weil die unterschiedliche Beschaffenheit gänzlich anders im Organismus aufgearbeitet und verdaut werden muss. Wenn Sie z.B. Ihre Katze 3 x täglich füttern (21 Mahlzeiten/Woche), dann könnten Sie durchaus 4-6 Mahlzeiten davon komplett Rohfleisch füttern, ohne sich größere Gedanken über Zusätze oder Mangelerscheinungen machen zu müssen. Allerdings sollten die verbleibenden Mahlzeiten dafür hochwertig und möglichst ausgewogen sein.

Wir verfüttern derzeit folgende Futtersorten: Rohfleisch (max. 30%, vorwiegend Rind, Pute und Huhn werden neuerdings gedünstet, Hühnerhälse -gut für Zähne und Zahnfleisch-), GranataPet Nassfutter, Catz Finefood Nassfutter, Vet-Concept Nassfutter, Real Nature, Macs Nassfutter, Animonda Carny, Feringa (nur Sorte Huhn+Kürbis) und Miamor Feine Filets (reiner Thunfisch, kein Alleinfutter!) Als Trockenfutter ohne Getreide und nur als Leckerlie geben wir Purizon, GranataPet, Applaws oder auch Orijen, sowie zu jeder Mahlzeit TAURIN in 2-3 Esslöffel warmen Wasser verrührt!

Je artgerechter das Futter dem Organismus und den Anforderungen ihrer Katze angepasst ist, desto länger erhalten Sie sich eine gesunde und aktive Katze und desto weniger wird sie eine der vielen Zivilisation-Krankheiten erleiden, wie Niereninsuffizienz, Nierenveränderungen und -zysten, Diabetes, Adipositas (Fettleibigkeit), Harnsteine, Zahnfleischentzündungen sowie Zahnverlust, Bauchspeicheldrüsen- und Schilddrüsenfehlfunktionen sowie Herz- und Lebererkrankungen.

Vergessen Sie aber bitte auch nicht, generell alle Fähigkeiten ihrer Katze zu fördern, Jagd- und Spieltrieb, Kletter- und Springfähigkeiten, interaktives Spielzeug mit Lernanreizen, Klickern, schmusen und vieles mehr. Alles zusammen trägt dazu bei, dass Sie eine gesunde, aktive, glückliche und ausgeglichene Katze verwöhnen dürfen, die es Ihnen mit ihrer uneingeschränkten Zuneigung hoffentlich lange Jahre danken wird!

Zusammenfassung empfohlene Links:

Katzen-fieber.de - Merkmale hochwertiges Futter
Katzen-fieber.de - Getreidefreies Katzenfutter incl. Analysewerte
Katzen-fieber.de - Zucker im Katzenfutter - ein Teufel mit vielen Namen
Savannah Cats - Katzenernährung und BARF
Yahoo! Group Katzen-Alternativ - artgerechte Ernährung und BARF
Toxoplasmose bei Katzen - Risiko auch für Katzen?